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Dämmung unter elektrischer Fußbodenheizung: nötig oder nicht?

Dämmung unter elektrischer Fußbodenheizung: nötig oder nicht?

Durch: H.G. Voortman Kommentare: 0

Sie möchten einen warmen Boden, ohne lange zu warten und ohne unnötig viel Strom zu verbrauchen. Achten Sie dann nicht nur auf die Heizmatte und das Thermostat, sondern auch darauf, was unter der Heizung liegt.

Die kurze Antwort: Eine elektrische Fußbodenheizung funktioniert auch ohne zusätzliche Dämmung. Liegt die Matte auf einem kalten Beton- oder Zementboden, empfehlen wir trotzdem eine dämmende Schicht direkt unter der Heizmatte. Der Boden wird dann schneller warm und Sie verlieren weniger Wärme nach unten.

Sie wollen den Boden heizen, nicht den Untergrund

Ein Heizkabel gibt Wärme an alles ringsum ab: an den Bodenbelag, aber auch an den Unterboden. Ein Betonboden wirkt dabei wie ein kalter Schwamm. Stein ist schwer, leitet Wärme gut und nimmt viel Wärme auf, die eigentlich für Ihre Füße gedacht war.

Zur Veranschaulichung: Ein Zementestrich von 5 cm wiegt pro Quadratmeter etwa 100 Kilo. Um diese Schicht um 10 Grad zu erwärmen, braucht es grob 0,25 kWh, also anderthalb bis zwei Stunden Volllast einer Matte mit 150 W/m². Nicht die gesamte Wärme geht nach unten, aber es zeigt, warum ein Boden ohne Dämmung träge reagiert.

Dämmplatten zwischen Untergrund und Matte bremsen diesen Wärmestrom deutlich. Mehr, als man aufgrund der Dicke erwarten würde: Beim Wärmedurchlasswiderstand kommt eine XPS-Schicht von wenigen Millimetern in die Nähe von mehreren Dutzend Zentimetern Beton.

Wann ist Dämmung unter der Heizmatte wirklich nötig?

Das hängt vor allem davon ab, was unter Ihrem Boden liegt.

Situation Unsere Empfehlung Warum
Betonboden im Erdgeschoss ohne Bodendämmung oder über einem Kriechkeller, Keller oder einer Garage Dringend empfohlen, am besten 10 mm Hier verlieren Sie die meiste Wärme an einen kalten Untergrund.
Betonboden im Erdgeschoss mit Bodendämmung (neueres Haus) Empfohlen, 6 mm reichen oft Die Dämmung liegt tief im Boden. Der Estrich darüber muss trotzdem mit aufgeheizt werden.
Geschossdecke über einem beheizten Raum Empfohlen Die Wärme geht nicht aus dem Haus verloren, aber in den falschen Raum. Und der Boden reagiert träger.
Neuer Fliesenboden auf einem bestehenden Fliesenboden Empfohlen, wenn die Aufbauhöhe es zulässt Alte Fliesen plus Estrich bedeuten zusätzliche Masse, die mit aufgeheizt werden muss.
Holzunterboden Anderer Aufbau nötig Fragen Sie uns nach dem passenden Aufbau.

Auch bei gedämmtem Boden bleibt der Estrich ein Wärmepuffer

„Mein Haus hat schon eine Bodendämmung, ich brauche nichts extra.“ Das stimmt nur zur Hälfte. In den meisten Häusern liegt die Bodendämmung unter oder in der tragenden Decke. Der Estrich darüber liegt also zwischen der Dämmung und Ihrer Heizmatte und muss bei jedem Aufheizen mit auf Temperatur kommen.

Der Energievorteil zusätzlicher Dämmung ist in einem solchen Haus kleiner, der Vorteil bei der Aufheizgeschwindigkeit bleibt größtenteils bestehen. Umgekehrt gilt auch: Eine dünne Platte von 6 oder 10 mm macht einen ungedämmten Erdgeschossboden nicht plötzlich gut gedämmt. Wird der ganze Boden erneuert? Dann lohnt es sich, auch die Bodenkonstruktion selbst besser zu dämmen.

Schneller warme Füße

Vor allem im Badezimmer ist ein schnelles Aufheizen angenehm. Aus unserer Praxiserfahrung schätzen wir, dass ein Boden mit Dämmplatten direkt unter der Heizmatte etwa 20 bis 30 % schneller warm wird als ein vergleichbarer Boden ohne.

Beachten Sie: Schneller aufheizen und Energie sparen sind unterschiedliche Vorteile. Ein Boden, der 30 % schneller warm ist, verbraucht nicht automatisch 30 % weniger Strom.

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Wie viel Energie können Sie sparen?

Aus unserer Praxiserfahrung gehen wir als Richtwert von etwa 20 % Einsparung mit Pro-Board 6 mm und 30 % mit Pro-Board 10 mm aus, verglichen mit demselben Boden ohne Dämmplatten unter der Matte. Wie bei der Aufheizzeit sind das Praxisschätzungen, keine gemessenen oder garantierten Werte.

Die Matte selbst bekommt keine geringere Leistung. Die Einsparung entsteht, weil weniger Wärme nach unten fließt und das Thermostat die Heizung für den gleichen Komfort kürzer einschalten muss.

Holen Sie die Einsparung über Ihr Thermostat auch wirklich heraus

Nutzen Sie ein programmierbares WLAN-Thermostat mit Wochenprogramm? Prüfen Sie nach ein paar Wochen, wie schnell der Boden auf Temperatur ist. Heizt er schneller auf als eingestellt, verschieben Sie die Startzeit nach hinten. Jede Viertelstunde weniger Vorheizen ist Strom, den Sie nicht verbrauchen.

Was bedeutet das in Euro?

Sie brauchen nur die Gesamtleistung Ihrer Fußbodenheizung. Eine Matte von 10 m² mit 150 W/m² hat zum Beispiel eine Leistung von 1.500 Watt. Wir rechnen mit 4 Heizstunden bei voller Leistung pro Tag, 200 Heiztagen pro Jahr und 0,30 € pro kWh.

Gesamtleistung Verbrauch ohne zusätzliche Dämmung Kosten ohne zusätzliche Dämmung Einsparung 6 mm (20 %) Einsparung 10 mm (30 %)
500 W 400 kWh 120 € 24,00 € 36,00 €
1.000 W 800 kWh 240 € 48,00 € 72,00 €
1.500 W 1.200 kWh 360 € 72,00 € 108,00 €
2.000 W 1.600 kWh 480 € 96,00 € 144,00 €
2.500 W 2.000 kWh 600 € 120,00 € 180,00 €
3.000 W 2.400 kWh 720 € 144,00 € 216,00 €

Pro 100 Watt Leistung beträgt die Einsparung in diesem Rechenbeispiel 4,80 € (6 mm) oder 7,20 € (10 mm) pro Jahr. Es ist ein Rechenbeispiel, keine Vorhersage Ihrer Stromrechnung. Da das Thermostat zwischendurch abschaltet, sobald der Boden warm ist, kann Ihr tatsächlicher Verbrauch niedriger sein.

Wie schnell amortisieren sich die Dämmplatten?

Dämmung kaufen Sie pro Quadratmeter. Deshalb berechnen wir die Amortisationszeit nach Leistung pro m².

Leistung pro m² Pro-Board 6 mm (19 € pro m²) Pro-Board 10 mm (21 € pro m²)
100 W/m² ca. 4,0 Jahre ca. 2,9 Jahre
150 W/m² ca. 2,6 Jahre ca. 1,9 Jahre
200 W/m² ca. 2,0 Jahre ca. 1,5 Jahre

Berechnet mit gleich vielen m² Dämmung wie beheizter Fläche. Kleber, Arbeitszeit, Verschnitt und Aufrunden auf ganze Pakete sind nicht eingerechnet.

Beispiel: Für 10 m² mit 150 W/m² zahlen Sie 190 € (6 mm) oder 210 € (10 mm). Bei einer Einsparung von 72 € bzw. 108 € pro Jahr haben Sie das in etwa 2,6 bzw. 1,9 Jahren wieder heraus. Die dickere Platte amortisiert sich also schneller: 2 € pro m² mehr, aber anderthalbmal so viel Einsparung. Haben Sie die Aufbauhöhe? Dann sind 10 mm oft die klügste Wahl.

Heizen Sie weniger Stunden, dauert die Amortisation länger. Bei einem höheren Strompreis geht es schneller. Die Leistungen in der Tabelle sind keine Empfehlung für eine stärkere Matte. Welche Leistung zu Ihrem Raum passt, besprechen Sie gern mit uns.

Worauf müssen Sie beim Verlegen achten?

Nicht jede Dämmplatte ist geeignet. Eine Matte in Fliesenkleber oder Ausgleichsmasse braucht einen festen Untergrund, auf dem der Kleber gut haftet. Deshalb hat Pro-Board eine Zementbeschichtung. Weiche Unterlagen wie für Laminat sind dafür nicht gedacht. Für eine Folienheizung unter Laminat verwenden Sie einen anderen Typ, ebenfalls bei unseren Dämmplatten.

  • Beginnen Sie mit einem ebenen, sauberen, trockenen und tragfähigen Untergrund und befolgen Sie die Verarbeitungshinweise.
  • Verlegen Sie die Platten auf dem ganzen Boden, auch dort, wo keine Matte liegt. So fliesen Sie auf einem ebenen Untergrund. Bestellen Sie deshalb etwas mehr Platten als die beheizte Fläche.
  • Betten Sie die Matte vollständig in geeigneten Fliesenkleber oder Ausgleichsmasse ein. Wählen Sie PVC? Prüfen Sie dann, ob der Belag für Fußbodenheizung geeignet ist und welche Temperatur zulässig ist.
  • Sorgen Sie im Badezimmer für eine gute Abdichtung von Fugen, Ecken und Anschlüssen. Wasserbeständige Platten machen den Bodenaufbau nicht automatisch wasserdicht.

Wie Sie Schritt für Schritt vorgehen, lesen Sie in unserer Anleitung Elektrische Fußbodenheizung selbst verlegen.

Dämmung macht man nur einmal richtig

Ein Thermostat können Sie später noch austauschen, den Untergrund nicht. Nach dem Verlegen des neuen Bodens lässt sich die Dämmschicht nicht mehr hinzufügen, ohne alles herauszureißen. Vor allem über einem kalten Beton- oder Zementboden empfehlen wir deshalb, die Dämmung gleich mit einzuplanen.


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